Die Geschichte der Wilhelm-Busch-Schule

 

 

 

Von 1946 bis 1989 (aus Chronik der "Gemeinde Ebergötzen")

 

 

 

Die Zahl der Schulkinder war schon während der Kriegsjahre durch Evakuierung von Familien aus den bombenzerstörten Großstädten gestiegen. Dann erfolgte die Welle der Vertriebenen, denen zahlreiche Flüchtlinge aus Mitteldeutschland folgten. Dadurch schnellte im Februar 1946 die Schülerzahl auf 172. Eine dritte Lehrerstelle musste eingerichtet werden.

 

Die Lehrer Heine und Kersten waren aus dem Krieg zurückgekehrt und erhielten in dem heimatvertriebenen Lehrer Paul Koch einen erfahrenen Kollegen, der bis zu seiner Pensionierung im April 1959 in Ebergötzen blieb.

 

Als die Besatzungsmächte die nationalsozialistische Regelung, die Schulen konfessionslos zu führen, aufhob, entschloss sich der Gemeinderat im September 1946, die Ebergötzer Schule als evangelische Bekenntnisschule einzurichten.

 

Da nunmehr drei Lehrerstellen vorhanden waren, wurde der Zuschuss, den die Gemeinde an die Landesschulkasse monatlich zu zahlen hatte, von 326 auf 489 Mark erhöht.

 

Im Dezember 1947 musste eine vierte Lehrerstelle eingerichtet werden, da die Zahl der Kinder auf 200 gestiegen war. Sie wurde mit Frau Klettner besetzt, die bis zum Juni 1951 blieb. Bedauert wurde im Dorf der gleichzeitige Fortgang des Lehrers Kersten, für den Klaus Eggers kam. Die Stelle von Frau Klettner nahm Fräulein Hansmann ein, die auch den Handarbeitsunterricht erteilte. Für den pensionierten Paul Koch kam Hauptlehrer Werner Edel, der bereits über eine langjährige Erfahrung im Schuldienst verfügte und dem deshalb wiederholt Lehramtsanwärter zur weiteren Ausbildung zugeteilt wurden.

 

Frau Ingeborg Stomber kam im März 1960. Die Lehrkräfte Frau Margarete Wanke, Christa Ehlers, Fräulein Schmacke und Herr Prill blieben nur für einige Zeit.

 

 

 

Das herausragende Ereignis in der Schulgeschichte dieser Jahre war der Schulneubau. Zum Jahresende 1948 war das Forstamt bereit, die Amtswiese gegen Grundflächen in den Flurstücken Kohlhof und Klingsberg zu tauschen. So kurz nach der Währungsreform war die Bereitstellung der benötigten Geldmittel nicht einfach. Der erste Kostenvoranschlag ging von 130.000 Mark aus.

 

Da der Regierungspräsident erklärte, vorläufig nichts geben zu können, beschloss der Gemeinderat am 4. November 1949, das Vorhaben in mehrere Abschnitte zu unterteilen und aus eigener Kraft zu bauen.

 

Der Erfolg dieses Beschlusses zeigte sich bald. Der Regierungspräsident bewilligte für 1950/51 27.000 DM Zuschuss und 6500 DM als Darlehen, der Landkreis Göttingen 10.000 DM Zuschuss und 13.000 DM als Darlehen. Ebergötzen brachte 12.500 DM auf, davon 10.000 DM durch ein bei der Realgemeinde aufgenommenes Darlehen.

 

1. Spatenstich Schulneubau 9.5.1950/Sammlung Arne Behre
1. Spatenstich Schulneubau 9.5.1950/Sammlung Arne Behre
1. Spatenstich Schulneubau 9.5.1950/Sammlung Arne Behre
1. Spatenstich Schulneubau 9.5.1950/Sammlung Arne Behre
Gemeinderat beim Fundament ausheben, Mai 1950/Sammlung Arne Behre
Gemeinderat beim Fundament ausheben, Mai 1950/Sammlung Arne Behre
Gemeinderat beim Fundament ausheben, Mai 1950/Sammlung Arne Behre
Gemeinderat beim Fundament ausheben, Mai 1950/Sammlung Arne Behre

 

Der erste Spatenstich zum Schulneubau erfolgte am 9. Mai 1950. In Hand- und Spanndiensten sowie zahlreichen freiwillig geleisteten Stunden half die Bevölkerung beim Ausschachten der Baugrube, bei dem Materialfahren durch Hilfsarbeiten auf dem Baugerüst. Am 29. Mai 1951 konnte Bürgermeister Günther den ersten Bauabschnitt seiner Bestimmung übergeben. Im Rahmen dieser Feierstunde schenkte die Realgemeinde das Darlehen als ihren Beitrag zum Neubau. Im März 1952 konnten der dritte und vierte Klassenraum bezogen werden. Als die Endabrechnung vorlag, hatte die Schule 220.000 DM gekostet, von denen die politische Gemeinde 50.000, die Realgemeinde 10.000, Kreis und Land 40.000 aufbrachten und 120.000 DM angeliehen wurden.

 

 

 

Einweihung der Schule 1952/Sammlung Arne Behre
Einweihung der Schule 1952/Sammlung Arne Behre
Schulneubau 1952, Vordergrund Sägewerk Albrecht/aus Chronik der Gemeinde Ebergötzen
Schulneubau 1952, Vordergrund Sägewerk Albrecht/aus Chronik der Gemeinde Ebergötzen
Schulneubau vom Ehrenmal aus fotografiert/Sammlung Arne Behre
Schulneubau vom Ehrenmal aus fotografiert/Sammlung Arne Behre

 

Von Anfang an war auch an den Namen "Wilhelm-Busch-Schule" gedacht worden. Da es sich obendrein um den ersten Schulneubau im Kreis Göttingen nach dem Krieg handelte, fand er in den Gremien der Kommunalpolitiker wie auch der Pädagogen gleichstarke Beachtung.

 

Die musikpädagogische Tagung der Junglehrer des Nord- und Südkreises Göttingen konnte im Juni 1952 in der neuen Ebergötzer Schule stattfinden. Im selben Jahr fand dort auch erstmals die Schulweihnachtsfeier mit der Aufführung des Stückes "Der Fischer und seine Frau" statt.

 

Hauptlehrer Edel bildete später eine Laienspielgruppe.

 

Nachdem die Kosten abgetragen worden waren, ging die Gemeindeverwaltung an neue Aufgaben. Die Schule wurde 1961 auf Ölfeuerung umgestellt und ein neuer Turngarten angelegt, wobei sich wiederum die Elternschaft durch freiwillige Leistungen beteiligte. Dadurch konnten die Geldmittel auf 5.000 DM begrenzt werden.

 

Im folgenden Jahr musste die Fläche vor der Schule trockengelegt werden. Dies war unerlässlich, da ein ausreichend großer Pausenhof gebaut werden sollte, was mit 30.824 DM veranschlagt wurde.

 

Im November 1962 wurde der Schmiedebrunnen auf dem Schulgelände verrohrt, im darauffolgenden Jahr der Schulhof angelegt und die Brücke an der Schule entfernt. Im Juli 1964 wurde der Mühlengraben am Sportplatz zugeschoben. Im Herbst 1964 sind die Wege auf dem Schulgelände angelegt und Rasen eingesät worden.

 

Seit dem 30. November 1966 ist die Schule nur noch Grundschule. Ab August 1967 kamen die Grundschüler aus Landolfshausen auch nach Ebergötzen.

 

Sammlung Arne Behre
Sammlung Arne Behre
Sammlung Arne Behre
Sammlung Arne Behre

 

1970 wurde die Lehrerwohnung im Schulgebäude zur Polizeistation und Wohnung des Polizisten.

 

1972 konnte nach einjähriger Vorarbeit die planmäßige Vorklasse eingeführt werden.

 

Am 1. Januar 1973 ging die Trägerschaft der Schule von der Gemeinde Ebergötzen auf die Samtgemeinde Radolfshausen über. Am 13. Dezember 1975 verstarb der Lehrer Paul Koch.

 

1977 wurde die neue Heizung eingebaut. Im selben Jahr kam der erste Jahrgang aus Holzerode nach Ebergötzen. Seit 1. August findet der Sportunterricht in der Turnhalle des TSV statt. 1980 wurde die Treppe zum Schulhof erneuert und dem Gebäude ein neuer Außenanstrich gegeben. Am 10. April 1981 starb Hauptlehrer i.R. Fritz Heine im Alter von 86 Jahren.

 

Sammlung Arne Behre
Sammlung Arne Behre
Sammlung Arne Behre
Sammlung Arne Behre

 

Die Schule beging am 24./25. Mai 1981 mit einer Feier ihr 30jähriges Bestehen.

 

Im Sommer 1983 konnte mit Hilfe von Eltern der Spielplatz renoviert werden; Rutsche und Kletterhaus wurden neu angeschafft. 1984 wurden neue Fenster in die Giebelklasse eingebaut und ein Umkleideraum des Sportvereins in ein Klassenzimmer umgewandelt.

 

Seit August 1985 wurden nur noch Kinder aus Ebergötzen und Holzerode eingeschult. 1986 wurden die Toiletten saniert, 1987 ist die Vorschulklasse renoviert worden.

 

Am 1. August 1988 ging nach einer Dienstzeit von 31 Jahren Frau Stomber in den Ruhestand. Im Juli desselben Jahres verließen die letzten Schüler aus Landolfshausen die Schule.

 

Am 8. November 1988 gründete sich der "Verein ehemaliger Schüler, Eltern, Lehrer und Freunde der Wilhelm-Busch-Schule Ebergötzen e.V.".

 

Im Mai 1989 konnte nach ausführlichen Planungsarbeiten mit dem Ausbau der Schule begonnen werden. Die Umbauten wurden im Dezember 1989 abgeschlossen und das neue Treppenhaus , das vollständig ausgebaute Dachgeschoss und die neue Aula am 15. Dezember 1989 im Beisein vieler Gäste feierlich eingeweiht.

 

 

 

Von 1989 bis heute

 

...eine Fortschreibung der Chronik ist in Arbeit...